Gutachter:innen im Review
Bewertungskatalog für Gutachter:innen
Der Bewertungskatalog bildet den bisherigen Gutachter:innenbereich vollständig ab: quantitative Kriterien, qualitative Rückmeldung, Entscheidungsskala und fachliche Orientierung.
Aufbau des Gutachtens
Das Gutachten kombiniert eine einheitliche Punktebewertung mit einer schriftlichen Einschätzung. Die quantitative Bewertung schafft Vergleichbarkeit, die qualitative Rückmeldung erklärt Stärken, Risiken und konkrete Überarbeitungserfordernisse.
- Die Begutachtung umfasst acht fachliche Kriterien.
- Jedes Kriterium wird auf einer Skala bewertet.
- Die Gesamtpunktzahl unterstützt die redaktionelle Entscheidung.
- Die Entscheidung wird zusätzlich schriftlich begründet.
- Kommentare sollen nachvollziehbar, respektvoll und für Autor:innen umsetzbar sein.
Skala
- 1 Punkt: Ablehnung.
- 2 Punkte: Major Revision.
- 3 Punkte: Minor Revision.
- 4 Punkte: Annahme.
- 5 Punkte: Best-case oder High Impact.
Originalität
- Niedrige Bewertung: Der Beitrag bietet keinen oder kaum erkennbaren neuen Erkenntnisgewinn.
- Mittlere Bewertung: Der Beitrag enthält brauchbare Ansätze, bleibt aber in Originalität oder Relevanz begrenzt.
- Hohe Bewertung: Der Beitrag beantwortet eine relevante Frage deutlich, eigenständig und mit erkennbarem Mehrwert.
Einleitung
- Kritisch sind eine fehlende oder fehlerhafte Einführung, ein unklarer Forschungsstand, unvollständige Abstract-Bestandteile oder ein schwer verständlicher Einstieg.
- Überarbeitungsbedarf besteht bei unzureichender aktueller Diskussion, unklarer Zielsetzung oder stilistischen Schwächen.
- Gut bewertet wird eine plausible, präzise und interessante Einleitung, die Thema, Relevanz und Zielsetzung klar macht.
Material und Methoden
- Kritisch sind schwere Fehler bei Daten, Methode, Ethik, Materialbeschreibung oder Nachvollziehbarkeit.
- Überarbeitungsbedarf besteht, wenn Vorgehen, Material, Quellenlage, Feldzugang oder Analyse nicht ausreichend erklärt sind.
- Gut bewertet wird ein kohärentes Vorgehen, das zentrale Ergebnisse trägt, die Fragestellung beantwortet und fachlich glaubwürdig ist.
Ergebnisse
- Kritisch sind unklare, nicht belegte oder nicht neue Ergebnisse sowie eine Darstellung, die Daten, Abbildungen oder Tabellen nicht trägt.
- Überarbeitungsbedarf besteht bei methodischen Fehlern, fehlender Struktur, unvollständiger Darstellung oder unklarer Abgrenzung zwischen Ergebnis und Diskussion.
- Gut bewertet werden klare, nachvollziehbare und zur Fragestellung passende Ergebnisse.
Diskussion
- Kritisch sind nicht belastbare Schlussfolgerungen, fehlende Limitationen, fehlende Literaturbezüge oder kein erkennbarer Beitrag zum Wissensstand.
- Überarbeitungsbedarf besteht, wenn Ziele und Ergebnisse nicht ausreichend eingeordnet werden.
- Gut bewertet wird eine Diskussion, die Ergebnisse einordnet, Grenzen benennt und den Erkenntnisgewinn deutlich macht.
Quellen
- Kritisch sind unpassende, zu wenige, zu viele, veraltete, unvollständige oder nicht systematisch zitierte Quellen.
- Überarbeitungsbedarf besteht bei fehlenden zentralen Quellen, Formatfehlern oder unvollständigen Nachweisen.
- Gut bewertet werden aktuelle, relevante und vollständige Quellen, die Methode, Fragestellung und Ergebnisse tragen.
Abbildungen, Tabellen und Daten
- Kritisch sind zu viele oder zu wenige Abbildungen, fehlender Textbezug, Dopplungen, schlechte Qualität, fehlende Legenden oder Widersprüche zu den Daten.
- Überarbeitungsbedarf besteht bei unklaren Beschriftungen, Qualitätsproblemen oder fehlender Einordnung.
- Gut bewertet werden Abbildungen und Tabellen, die den Text sinnvoll unterstützen, Daten klar zeigen und gut lesbar sind.
Schreibstil
- Kritisch sind unverständliche Formulierungen, zahlreiche sprachliche Fehler oder deutliche Abweichungen von den Autor:innenhinweisen.
- Überarbeitungsbedarf besteht bei wiederkehrenden Stil- oder Strukturproblemen.
- Gut bewertet wird ein klarer, präziser, fachlich angemessener und gut lesbarer Stil.
Qualitative Rückmeldung
Die schriftliche Rückmeldung soll die Punktebewertung erklären. Sie benennt die wichtigsten Stärken, die tragenden Schwächen, notwendige Änderungen und die Begründung für Annahme, Überarbeitung oder Ablehnung.
- Stärken konkret benennen.
- Überarbeitungsbedarf priorisieren.
- Methodische oder inhaltliche Risiken nachvollziehbar begründen.
- Entscheidungsempfehlung klar formulieren.
- Autor:innen respektvoll und fachlich präzise adressieren.